Konzentration und Management – nicht nur Schülerprobleme?

Konzentration und Management – nicht nur Schülerprobleme?

Über zwei Monate schon sitzen wir nicht mehr in der Schule und stattdessen zu Hause. Das ist lange genug, um zu erkennen, wie unterschiedlich das bei allen funktioniert. Konzentration und vor allem Management scheinen nämlich nicht nur ein Problem von Schülern zu sein, sondern ganz offensichtlich auch einige Lehrer zu belasten.

Angefangen bei regelmäßigen und sehr zeitaufwendigen Aufgaben in Fächern, bei denen das Vorankommen nicht das größte Ziel dieser Zeit sein sollte und die maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass viele Schüler sich überlastet fühlen, bis hin zu Lehrern, die sich noch gar nicht gemeldet haben.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch andere, die überlegt und geordnet Aufgaben versenden und den Unterricht sinnvoll weiterführen, -Danke! – allerdings nicht die Mehrheit bilden.

So ertrinken wir in Ethikaufgaben (soviel habe ich seit der 7. Klasse nicht aufbekommen), während auf meine Mail an den Politiklehrer, vor dem Hintergrund, dass die Zeit politisch ja nicht uninteressant wäre, wage damit geantwortet wurde, wir könnten uns ja mit dem Thema Schlachthöfe und Covid-19 beschäftigen. Aber soll das eine Aufgabenstellung sein? Beschäftigt euch mal damit?

Außerdem kam als Erklärung für das lange Schweigen die Anstrengung mit den Abiturprüfungen. Prüfungen, die auch stattgefunden hätten, wenn wir in der Schule gewesen und im Politikunterricht anwesend gewesen wären und deshalb kein Grund für den kompletten Entfall des Unterrichts sind!

Währenddessen gehöre ich zu den Glücklichen, die noch relativ viel Präsenzunterricht in wunderbar kleinen Gruppen bekommen. Gruppen, die einem erlauben in Ruhe nachzufragen und zum Diskutieren einladen, oder? Naja, auch hier merkt man wieder Unterschiede, zumindest wenn man frierend (alle Fenster auf, damit die Viren sich verteilen) im Deutschunterricht in Stillarbeit versinkt. Da sehen wir uns schon so selten und dann Stillarbeit… Also genau das, was wir zu Hause sowieso schon den ganzen Tag machen.

Das Maß an Verständnis für die Situation lässt also in vielen Bereichen zu wünschen übrig. Weshalb ich jetzt sehr viel zu den verschiedensten Aggressionstheorien weiß, zweimal das gleiche Bild in verschiedener farblicher Ausführung gemalt und meinen Bildungsweg in eine Landkarte verwandelt habe, während ich für die Themen Europäische Union und Soziale Marktwirtschaft wohl nicht mehr viel Hoffnung hegen kann.

(geschrieben von einer Schülerin der Mittelstufe)

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