Smoothies, FEOmäuse und jener Philosophielehrer, der uns einfach nicht aus dem Kopf gehen mag

Smoothies, FEOmäuse und jener Philosophielehrer, der uns einfach nicht aus dem Kopf gehen mag

Bei der Ganzen Freizeit – Homeschooling, schon klar, aber mal ganz ehrlich: seit Ostern fühlt es sich an wie Sommerferien – haben wir die Gelegenheit genutz, ein bisschen in unserer Textsammlung zu wühlen. Dabei haben wir ein Report von zwei Redakteuren unserer Zeitung entdeckt, die die Ereignisse des letzten Sommerfest festgehalten haben:

Was soll das jetzt eigentlich? Was? Na das mit dem Text.

Zwei eifrige Redaktionsmitglieder der Schülerzeitung haben sich an den großen Tisch zurückgezogen. Aufgeregte Grundschüler rennen die Treppe auf und ab, ein Zettel in der einen, den Stift in der anderen Hand. Die Schülerralley ist in vollem Gange. So manch einer traut sich auch zu den Großen zu gehen, um sich die eine oder andere Frage beantworten zu lassen. Wie viele Kunsträume haben wir eigentlich und welche Nummer hat der Klausurraum? Diese Fragen stellen wir uns normalerweise nicht, wenn wir uns zur Matheklausur in den vierten Stock schleppen. Selbst wir als langjährige Schüler der FEO müssen da passen. Noch ein fiebsiges „danke“ und schon ist das Kind wieder weg. 

Aber zurück zum Wesentlichen: Warum sind wir eigentlich hier? Denn nur wenige Abiturienten der FEO sind sich nicht zu cool um sich beim Schulfest blicken zu lassen. Nun ja, wir sind die Schülerzeitung und da würde man meinen es ginge ein wenig schulbezogene journalistische Tätigkeit mit dieser Aufgabe einher. Doch um jetzt nicht unsere Leser mit unserem sinnlosen Geschwafel zu langweilen (was sicherlich schon längst passiert ist) erzählen wir

ausnahmsweise mal etwas über das Schulfest:

Blauer Himmel und die Sonne scheint – der perfekte Tag für das Ereignis des Jahres. Die FEO macht sich fein für ihren kulturellen Höhepunkt, an dem auch der Lehrer mal ein Hemd anzieht. Tische und Stühle werden eifrig auf den Innenhof verfrachtet.

Obwohl, wir müssen gar nicht so tun, als hätten wir das miterlebt, denn Redaktionsmitglied 2 kam eine halbe Stunde zu spät. Die Schulband spielte schon, engagierte Eltern und aufgeregte Kinder schwärmen zwischen den Ständen herum und hier und dort fliegt eine Wespe.

Und auch im ethischen Sinne schmeißt sich die FEO in Schale – das Motto des diesjährigen Schulfests: Kulturelle Vielfalt.

Ein, ganz objektiv beurteilt, auffallend gutaussehender und charmanter Philosophielehrer, der es in seiner Bescheidenheit wahrscheinlich vorzieht namentlich nicht erwähnt zu werden, wurde von uns ins Visier genommen. Es hat sich bereits ein Schwarm von uns gleichgesinnten Oberstüflern vor einer imiterten Akropolis-Szene versammelt. Eben genannter Philosophielehrer und seine Gefolgschaft Athener Staatsbürger rekrutieren eifrig die altgriechischen Götter. Zur Verfügung steht eine breite Auswahl an Bewohnern des Olymp. Man hat die Qual der Wahl, doch nach Minuten intensiven Grübelns entscheidet sich Redaktionsmitglied 2, als Aphrodite verkleidet auf den Thron zu steigen. Umziehen, das streckt sich hin, schnell noch ein Foto gemacht und schon geht‘s weiter. Von der Antike in die Neuzeit. Am Stand der Willkommensklassen lassen wir uns unsere Namen in aller Herren Sprachen übersetzen. Die FEO hats drauf!

Sichtbar sind die Vertreter der Essensstände genervt. Grund dafür ist ein ausgiebiger und hemmungsloser Überfall der Insektenspezies algobis sakralis – nein, als ob. Biologie schon längst abgewählt. Wir meinen natürlich Wespen. Aufgeregt holen Schüler und Lehrer zum Gegenschlag aus. Mit Papptellern und Plastikbechern wird panisch herumgewedelt, doch der Kampf scheint hoffnungslos. Redaktionsmitglied 2 kann eine kritische Bemerkung nicht zurückhalten: „Wespen reagieren aggressiv auf Schwingungen“, doch der etwas zu gewollt gut aussehende Sportlehrer hinter dem Stand hat kein Ohr für jegliche Verbesserungsvorschläge. Verzweifelt holt er erneut aus – Pappteller und Plastikbecher fliegen durch die Luft. Na dann eben nicht.

In den Genuss des kulinarischen Angebots sind wir selbst noch nicht gekommen, doch jeder Versuch sich ein Stück Kuchen zu schnorren scheitert am unerschütterlichem Selbstbewusstsein und kaufmännischem Verstand der Verkäufer. Also geben wir es auf und wie jeder andere Schüler stellen wir uns zum Erwerb der schulinternen Währung, der Feomäuse an. Naja, nicht ganz, denn erneut kommen unsere betrügerischen Tendenzen zum Vorschein. Der Versuchung des Vordrängelns kann Redaktionsmittglied 1 nicht wiederstehen. Doch ein ungewohnt gut organisierter Mathelehrer bemerkt den kriminell motivierten Täuschungsversuch – schade.

Wo sich kostenfreie Kleinigkeiten – für die meisten auch gratis Snacks – finden, ist der Stand, dessen Ursprung von uns nicht näher erforscht wurde, jedoch vermutlich auf die Initiative engagierter Eltern zurückgeht. Ihnen scheint das kulinarische Angebot der Schuleigenen Cafeteria nicht ausgewogen zu sein.

Mit ansteckendem Enthusiasmus versuchen sie nun Smoothies und vegetarische Quiche an den Mann oder die Frau zu bringen. Es fehlt nur noch etwas Guacamole und eine Kiste Club Mate und man könnte meinen es handle sich hierbei um einen Kolonisierungsversuch eines Prenzlauerbergischen Start Up. Ob dieser Bekehrungsversuch erfolgreich wäre?

Die Elterninitiative versucht, wie sich beim Besuch des Standes offenbart, die Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln zur ermitteln und zu wecken. Richtig seriös werden die Werte sogar statistisch erfasst.

Die von der Cafeteria verscherbelten Butterbrezel und Bistrobaguette aus der Tiefkühle sind seit Ewigkeiten der Renner.

Einen Vitaminschock bekommt da keiner. Man versucht also ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, sogar alternative Produkte bereitzustellen.

Die Quiche ist ganz in Ordnung, einer der Smoothies schmeckt. Es gibt zwar noch verbesserungspotenzial, doch unsere Bilanz fällt positiv aus. Besonders den Schwerpunkt auf vegetarische Alternativen finden wir lobenswert. Ob sich das durchsetzen wird ist eine andere Frage, aber wie heißt es so schön blöd: der Wille zählt.

Nach all dem Spektakel ist unser Tatendrang etwas erschöpft. Eine Kurze Beratungspause. Redaktionsmittglied 1 schlägt von, den Bericht für die Schülerzeitung vor Ort zu schreiben, am Großen Tisch – dem Herzen der FEO.

Also sitzen wir jetzt hier, fast fertig und etwas erschöpft. Den letzten Rest schreiben wir wann anders, bestimmen wir, denn das Fest geht langsam dem Ende zu. Und bevor man noch beim Aufräumen mithelfen muss guckt man, dass man wegkommt. Mit etwas schlechtem Gewissen also, denn als Abiturient und darüber hinaus als Vertreter der Schülerzeitung kommt einem ja eine gewisse Vorbildfunktion zu, machen wir uns durch den Haupteingang davon.

Wir sitzen noch etwas an der Haltestelle, reflektieren das Geschehene. Unmittelbar denken wir an die Smoothies, die FEOmäuse und jenen Philosophielehrer, der uns einfach nicht aus dem Kopf gehen mag. Dann kommt der Bus.

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